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"Tief unter der Erde, da ist es schön . . ."

 

So beginnt das Lied der Erdmännchen in der Geschichte der Augsburger Puppenkiste vom kleinen König Kalle Wirsch. Millionen von (heute erwachsenen) Kindern dürften sich mit glänzenden Augen an die darin erzählten Abenteuer in den geheimnisvollen Gängen im Inneren der Erde erinnern.

 

Nun, in der Atta-Höhle in Attendorn, einer der größten Tropfsteinhöhlen Deutschlands, kann man die Geheimnisse jener Welt neu für sich entdecken, und das völlig gefahrlos.

 

Die Höhle wurde 1907 bei Sprengarbeiten in einem Steinbruch im Norden von Attendorn entdeckt. Schon bald machte man sich daran, sie zu einer Besucherhöhle auszubauen. Heute führt ein 2 km langer Rundweg durch Gänge und Hallen der Höhle.

 

Tropfsteinsäulen in der AttahöhleWohin das Auge blickt, entdeckt man Tropfsteine und Sinterbildungen. Gewaltige Stalagmiten und Stalaktiten haben sich zu bizarren Gebilden formiert, die mal an Märchenfiguren, mal an Schlösser und Burgen erinnern. Andre Tropfsteinbildungen scheinen die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft zu setzen und wachsen waagerecht oder in Kurven.

 

 

 

Atta-HöhleDer für Besucher zugängliche Teil der Höhle ist nur ein verschwindend geringer Teil des gesamten Höhlensystems der Atta-Höhle. Höhlenforscher stießen Mitte der 80er Jahre in Bereiche vor, die noch atemberaubender waren, als die bislang bekannten Höhlenteile. Diese bleiben jedoch vorerst ausschließlich der wissenschaftlichen Erforschung vorbehalten.

 

Ihre Entstehung verdankt die Höhle zwei mehrere Millionen Jahre auseinander liegenden Epochen der Erdgeschichte. Wo sich heute die Attendorn-Elsper Senke befindet, lag im Devon (vor ca. 370 Mio. Jahren) ein flacher Meeresbereich, in dem sich riffbildende Organismen ansiedelten. Diese bauten allmählich ein Riff auf, das die Form eines Atolls, also eines Rings kleiner Inseln mit darin liegender Flachwasser-Lagune hatte. Über viele Millionen Jahre hinweg entstanden Kalkablagerungen von bis zu 950 m Mächtigkeit.

 

Was einst unter der Meeresoberfläche entstand, wurde während der variskischen Gebirgsbildung (vor rund 300 Mio. Jahren) zu dem Gebirge aufgefaltet, das - auch nach Jahrmillionen der Verwitterung - immer noch die Landschaft des Sauerlandes prägt.

In den Gesteinen des ehemaligen Riffs fand eine besondere Form der Verwitterung statt. Vor allem im feucht-tropischen Klima des älteren Tertiärs (vor ca. 60 Mio. – 65 Mio. Jahren), unterlag der Kalkstein einer intensiven chemischen Verwitterung. Entlang von kleinen Rissen, Klüften und Spalten einsickerndes Wasser löste den Kalk allmählich auf und erweiterte das schmale, durch die Gesteinsstruktur vorgegebene Trennflächengefüge. Mehr und mehr kam schließlich auch die Erosionswirkung des durch das Gestein fließenden Wassers zum Tragen, und aus schmalen Klüften und Spalten entstanden ausgedehnte Hohlräume. Die Verdunstung des mit Kalk gesättigten Wassers ließ an Decken und Wänden jene mannigfaltigen Sinter- und Tropfsteinbildungen entstehen, die heute die Atta-Höhle zum "Zauberberg" des Sauerlandes machen. >> mehr

 

Höhlenbewohner

 

Fledermäuse

 

Viele Höhlen des Naturparkgebietes - große wie kleine - sind unverzichtbare Winterquartiere für seltene und streng geschützte Fledermausarten. Frei unter der Decke aufgehängt wie das Große Mausohr oder in Spalten versteckt, wie die Bartfledermaus überbrücken sie die nahrungsarme Winterzeit, indem sie alle Lebensfunktionen auf ein Minimum zurückfahren. Begünstigt wird dies durch eine konstante Lufttemperatur von 6 - 8° C und eine permanent hohe Luftfeuchtigkeit in den Höhlen. Werden die Tiere gestört, verbrauchen sie während des Aufwachens wertvolle Energiereserven, die sie während des Winters nicht ersetzen können.

 

Bartfledermaus

 

Bartfledermaus im Winterquartier

 

Währen der Sommermonate lassen sich Fledermäuse in der Dämmerung an vielen Stellen des Naturparks beobachten. Besonders lohnend ist diesbezüglich ein Abendspaziergang entlang der Talsperren, wo vor allem Wasser- und Zwergfledermäuse auf Insektenjagd gehen.

 

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