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Naturpark Ebbegebirge |
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Startseite >> Natur & Landschaft >> Geschichte & Kultur Geschichte und Kultur zwischen Wald und Wasser
Besiedlungsgeschichte
Die natürlichen Gegebenheiten des Naturparkgebietes boten, mit Ausnahme der Kalkgebiete der Attendorn-Elsper Senke, keine günstigen Voraussetzungen für eine frühe Besiedlung. Zwar belegen Bodenfunde die Anwesenheit des Menschen schon in vorgeschichtlicher Zeit, doch beginnt eine dauerhafte Besiedlung im größten Teil des Naturparks erst während der frühmittelalterlichen Rodungsperiode (8. - 11. Jahrhundert).
Territorialgeschichte
Die territorialgeschichtliche Entwicklung im nördlichen (märkischen) und im südlichen (kurkölnischen) Teil des Naturparks verlief recht unterschiedlich.
Die Geschichte des märkischen Teils ist eng mit dem Geschlecht der Grafen von Altena, den späteren Grafen von der Mark, verbunden, deren Gebiet 1397 mit der Grafschaft Kleve vereinigt wurde. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts fiel dieses Territorium dann an Preußen.
Im südlichen Teil, auf dem Gebiet des heutigen Kreises Olpe, waren im Mittelalter die Herrschaften Waldenburg und Förde-Bilstein von Bedeutung. Seit 1445 gehörte das Gebiet vollständig zum Besitz der Kurfürsten und Erzbischöfe von Köln, die sich bereits im 13. Jahrhundert im Biggegebiet wichtige Stützpunkte verschafft hatten (Attendorn, Burg Schnellenberg, Waldenburg). Die kurkölnische Herrschaft endete 1802. Nach 14jähriger Zugehörigkeit zu Hessen-Darmstadt fiel auch dieser Bereich an Preußen.
Wirtschaftsgeschichte
Obwohl Land- und Forstwirtschaft seit alters her die größten Flächenanteile im Naturparkgebiet einnehmen, ist die Wirtschaftsgeschichte der Region doch eng mit der Eisenindustrie verknüpft. Dort, wo oberflächennah Eisenerz zu Tage trat, wurde bereits in der vorrömischen Eisenzeit an kleinen Rennfeuer-Verhüttungsplätzen Eisen gewonnen. Ihren eigentlichen Siegeszug trat die Eisenindustrie jedoch erst zu Beginn der Neuzeit, Anfang des 15. Jahrhunderts an. Waren die Eisenerzvorkommen auch nicht so ergiebig wie im benachbarten Siegerland, so hatte das Naturparkgebiet dem Siegerland gegenüber wichtige Standortvorteile: Die zahlreichen, permanent Wasser führenden Bäche gestatteten die Anlage von Hammerwerken und in den großen Waldgebieten ließ sich der andere, für die Erzgewinnung und -verarbeitung unabdingbare Rohstoff, die Holzkohle gewinnen.
Im Laufe der Jahrhunderte führte der immer weiter steigende Holzkohlebedarf der Hütten und Hammerwerke dazu, dass ein Großteil der Wälder vollkommen verwüstet und der Rohstoff Holz zur Kostbarkeit wurde. Ende des 18. Jahrhunderts erinnerte das Landschaftsbild weiter Teile der heutigen Waldgebiete an die Heidelandschaften Norddeutschlands.
Mit dem Bau der Ruhr-Sieg-Bahn wurde die Holzkohle als Energieträger entbehrlich, da nun die Steinkohle des Ruhrgebiets für die Eisenverhüttung eingesetzt werden konnte. Gleichzeitig hielt in den Wäldern unter dem Einfluss der preußischen Forstgesetzgebung mehr und mehr die Fichte Einzug, die noch heute das Waldbild weiter Teile des Naturparks prägt.
Mit der Anbindung an das Eisenbahnnetz nahm im gesamten Naturpark die metallverarbeitende Industrie einen enormen Aufschwung, wobei im märkischen Teil vor allem die Drahtindustrie eine Vorreiterrolle spielte, im kurkölnischen Teil eher die Schmiede- und Walzwerkindustrie. Bis heute ist die metallverarbeitende Industrie die führende Wirtschaftssparte im Naturparkgebiet.
Land- und Forstwirtschaft spielen in der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung heute kaum noch eine Rolle. Und dennoch sind sie es, die aufgrund ihrer hohen Flächenanteile das Landschaftsbild und die Eigenart des Naturparks prägen. |
Kulturlandschaftselemente
Kulturlandschaftselemente sind mehr oder weniger große Landschaftsbestandteile, die Zeugnis geben vom Werdegang einer Landschaft unter dem Einfluss des Menschen. Dabei kann es sich um so unterschiedliche Dinge handeln wie Gebäude, alte Grenzbefestigungen, Wegekreuze, markante Bäume, Flurformen oder Waldnutzungsarten.
Landschaftselement des Monats
Feldkreuze
Vor allem in den katholisch geprägten Gegenden des Naturparks begegnet der Wanderer auf Schritt und Tritt alten und neuen Feldkreuzen, oft an markanten Wegekreuzungen, nicht selten aber auch mitten in der Feldflur oder im Wald.
Manche von ihnen sind Jahrhunderte alt und säumen die Wegstrecke der Fronleichnamsprozessionen, die in früherer Zeit um das gesamte "Kirchspiel" (alte Bezeichnung für Kirchengemeinden) herumführten. Andere Kreuze wiederum erinnern an tragische Unglücksfälle oder aber bezeugen den Dank ihrer Stifter für die Rettung aus großer Not.
Immer wieder wurden die meist aus Holz gefertigten Kreuze von nachfolgenden Generationen erneuert und stellen daher eindrucksvolle Zeugnisse christlicher Tradition und der Verbundenheit unter den Generationen dar.
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