Neues Naturschutzgebiet "Bilstein/Rosenberg"

Blick von der Hohen Bracht auf den Südhang des NSG Rosenberg

Seit Sonntag, den 27.11.2011 ist der Naturpark Ebbegebirge um ein einzigartiges Naturschutzgebiet reicher.

In dem rund 135 Hektar großen NSG "Bilstein/Rosenberg" steht nun ein großer zusammenhängender Laubwaldkomplex unter Schutz, in dessen Kern sich auch die Naturwaldzelle "Unterm Rosenberg" befindet. Die zwischen 137 und 176 Jahre alten Buchen-Eichen-Mischbestände jener Naturwaldzelle wurden bereits 1976 vollkommen aus der Bewirtschaftung genommen. Durch den Verzicht auf die Bewirtschaftung wollte man der Frage nachgehen, inwieweit sich die Eiche auf den südexponierten Hängen gegen die von Natur aus dominante Buche behaupten könnte. Nach kaum 40 Jahren scheint diese Frage weitgehend entschieden. Gegen die Wuchskraft der Buche hat die Eiche selbst auf trockeneren Standorten ohne gezielte menschliche Förderung keine Chance, sich in größerem Umfang durchzusetzen.

Inzwischen sind Waldbilder entstanden, die einen kleinen Vorgeschmack auf den "Urwald von Morgen" geben. Da selbst in den noch bewirtschafteten Bereichen ein Großteil des Totholzes in den Beständen verbleibt, werden die Lebensgemeinschaften zunehmend komplexer und immer mehr seltene und gefährdete Arten finden hier einen Lebensraum.

Neben den Südhängen umfasst das neue NSG auch ausgedehnte Nordhangbereiche, so dass Wanderer, welche die durch das Schutzgebiet führenden Wege benutzen, eindrucksvoll erleben können, wie sehr allein die Himmelsrichtung die Ausbildung bestimmter Waldtypen beeinflusst.

Ganz am Südrand des Schutzgebietes liegt die Burg Bilstein mit einer der am stärksten besuchten Jugendherbergen in Westfalen-Lippe. Daher legten alle am  Verfahren der Schutzgebietsausweisung beteiligten Behörden und Institutionen großen Wert darauf, die umweltpädagogischen Angebote der Jugendherberge und die Erfordernisse des Gebietsschutzes in Einklang zu bringen.

Da sich die als NSG ausgewiesenen Waldbereiche nahezu vollkommen im Eigentum des Landes NRW befinden, bestehen gute Voraussetzungen dafür, dass das NSG Bilstein/Rosenberg in das Wildniskonzept des Landesbetriebs Wald und Holz NRW aufgenommen wird und damit weitere Flächen vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen werden.