Naturpark

Ebbegebirge

"Grundlose" im FFG-Gebiet "Ebbemoore"

Startseite

Naturschutzgebiete

FFH-Gebiete

Literatur                       

                                                                      

Startseite >> Natur & Landschaft >> Flora & Fauna >> Naturschutz

Naturschutz im Naturpark Ebbegebirge

 

Mehr als 75 % des Naturpark-Gebietes liegen in besonderen Schutzgebieten. Auf der Grundlage des Landschaftsgesetzes NRW sind sie über Landschaftspläne des Kreises Olpe bzw. des Märkischen Kreises oder durch ordnungsbehördliche Verordnungen der Bezirksregierung gesichert. Dabei ist zwischen Landschaftsschutzgebieten (LSG), Naturschutzgebieten (NSG), Naturdenkmalen (ND) und geschützten Landschaftsbestandteilen (LB) zu unterscheiden.

 

Landschaftsschutzgebiete (LSG)

 

Rund 73 % der Naturparkfläche sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Diese Schutzgebietskategorie dient der Sicherung des Freiraums vor naturfremden Nutzungsansprüchen und der großräumigen Bewahrung der Charakters einer Landschaft.

 

Naturschutzgebiete (NSG)

 

Naturschutzgebiete sind - neben den Nationalparken - die strengste Schutzkategorie des deutschen Naturschutzrechts. Im Naturpark Ebbegebirge sind bis zum 01.12.2011 rund 2.787 Hektar (3,6 % der Naturpark-Fläche) als Naturschutzgebiete ausgewiesen worden:

 

Im Kreis Olpe

 

NSG Gilberginsel (96,45 ha)

Insel im Biggesee mit angrenzenden Uferbereichen

 

NSG Auf dem Hahne* (3,26 ha)

Kalkhalbtrockenrasen mit Orchideen-Vorkommen

 

NSG Elberskamp* (9,64 ha)

Aufgelassener Steinbruch mit typischer Felsspaltenvegetation und ausgedehnten Kalktrocken- und -halbtrockenrasen

 

NSG Quelle am Rüenhardt (0,68 ha)

Erlenfeuchtwald im Quellbereich des Wesebachs; unmittelbar angrenzend an das NSG Auf’m Ebbe / Mählersberg

 

NSG Ahauser Klippen und Stausee* (23,92 ha)

Schlucht- und Hangmischwald, Orchideen-Kalkbuchenwald und natürliche Kalkfelsen

 

NSG Steinbruch Biggen  (11,50 ha)

Aufgelassener Kalksteinbruch mit Felsspaltenvegetation und artenreichen Kalkmagerrasen.

 

NSG Auwald Biggen (4,08 ha)

Naturnaher Flussabschnitt der Bigge mit einem Vegetationsmosaik aus Rohrglanzgras-Röhricht, Uferhochstauden-Säumen und lichtem Weiden-Auwald

 

NSG Repe (2,94 ha)

Wiesental mit ausgeprägten Feuchtgrünlandzonen und einem naturnahen Stillgewässer.

 

NSG Auf dem Stein (12,85 ha)

Erlen-Feuchtwald in einem ehemaliger Altarm der Lenneaue mit großem Straußenfarn-Vorkommen; kleine Schluchtwaldbereiche am steilen Unterhang

 

NSG Hausschlade* (22,22 ha)

Überaus vollkommen ausgeprägte Schlucht- und Hangmischwälder.

 

NSG Breiter Hagen* (30,04 ha)

Artenreiche Kalkbuchenwälder in allen standörtlich möglichen Ausprägungen

 

NSG Eckenbach-Quellbäche (20,60 ha)

Naturnahes Fließgewässersystem mit typischen bachbegleitenden Erlenwäldern

 

NSG Dünscheder Heide* (1,35 ha)

Artenreiche Kalkhalbtrockenrasen, Heckenstrukturen und Kleingehölze.

 

NSG Hohe Ley* (47,50 ha)

Aufgelassener Kalksteinbruch mit ausgeprägter Felsspaltenvegetation, Kalktrockenrasen und Schlucht- und Hangmischwäldern

 

NSG Muttersteinhöhle (2,60 ha)

Laubholzbestände und Felsrippen im Umfeld einer 1980 entdeckten Höhle im Massenkalk

 

NSG In der Stesse (17,10 ha)

Vegetationskomplex aus extensivem Gründland, durchsetzt mit Kalkmagerrasen und Heckenstrukturen

 

NSG Berndebachtal (36,07 ha)

Bewaldetes Sohlental mit naturnahem Mittelgebirgsbach und einem Vegetationskomplex aus Quellbiotopen, bachbegleitenden Erlenwäldern und Torfmoos-Erlenbruchwäldern

 

NSG Wunderwäldchen (0,73 ha)

Aus Niederwaldbewirtschaftung hervorgegangener Eichen-Buchen-Edellaubholzbestand mit reicher Bodenflora des Kalkbuchenwaldes; u. a. Vorkommen der Europäischen Haselwurz

 

NSG Wesebachtal (1,38 ha)

Naturnaher Abschnitt eines typischen Mittelgebirgsbaches mit begleitenden Erlenwäldern und Resten feuchter Eichen-Hainbuchenwälder; unmittelbar angrenzend an das NSG Auf’m Ebbe / Mählersberg

 

NSG Attahöhle* (13,27 ha)

Geschützt ist neben der bekannten Höhle selbst auch deren Umgebung, die sich als strukturreicher Kulturlandschaftskomplex aus Grünland-, Hecken-, Feldgehölz- und Saumbiotopen präsentiert

 

NSG Kihlenberg* (4,73 ha)

Wacholderheide

 

NSG Grubenhalde Rhonard (1,16 ha)

Gelände einer ehemaligen Kupfergrube mit seltenen Farnen

 

NSG Buchen- und Bruchwälder bei Einsiedelei und Apollmicke* (295,73 ha)

Hainsimsen-Buchenwälder mit hohen Altholzanteilen und eingebetteten Quellgebieten mit Erlen-Bruchwäldern

 

NSG Gipperbachtal und Grauwackesteinbruch Stupperhof (12,28 ha)

Bachtal mit Feuchtwiesen; aufgelassener Grauwackesteinbruch mit verlandendem Kleingewässer; Amphibienvorkommen (u. a. Geburtshelferkröte)

 

NSG Rosetal (10,95 ha)

Mittelgebirgsbachkomplex mit großflächigen, artenreichen Feuchtgrünlandbeständen, darunter extensiv genutzte Mähwiesen

 

NSG Silberkuhle (37,27 ha)

Quellmoorkomplex

 

NSG Brachtper Bruch (17,30 ha)

Erlenbruchwald

 

NSG Steinkuhle und Hillmickebach (26,87 ha)

Durchgewachsener Eichen-Niederwald-Komplex mit angrenzendem feuchten Wiesental

 

NSG Benze und Binsenbach (26,48 ha)

Mittelgebirgsbachkomplex mit artenreichem Feuchtgrünland

 

NSG Biggetal (35,38 ha)

Breites Sohlental mit artenreichem Feuchgrünland

 

NSG Biggequellgebiet (12,18 ha)

Feuchtgrünlandkomplex und Nebenzuflüsse im Quellgebiet der Bigge

 

NSG Dermicketal (18,53 ha)

Strukturreicher Bachtalkomplex mit weitgehend naturnahem Bachlauf und artenreichen, z. T. binsen- und seggenreichen Feuchtgrünlandbeständen

 

NSG Mittagsbrüche (56,27 ha)

Feuchtgrünlandkomplex im Quellgebiet der Albe mit artenreicher Vogelwelt. Nähere Informationen über dieses Schutzgebiet enthält ein kostenloser Podcast.

 

NSG Wendequellgebiet (15,50 ha)

Feuchtgrünlandkomplex mit Erlenruchwald

 

NSG Wiehbruch (39,97 ha)

Bruchwaldkomplex (Torfmoos-Erlenbruchwald)

 

NSG Großmicketal (134,65 ha)

Ausgedehnte Feuchtwiesen mit Wollgrasbeständen und artenreicher Vogelwelt; im Quellgebiet Erlenbruchwälder. Nähere Informationen über dieses Schutzgebiet enthält ein kostenloser Podcast.

 

NSG Kallerhöh und Limicketal (82,26 ha)

Erlenbruchwaldkomplex mit angrenzendem Feuchtgrünland

 

NSG Bilstein/Rosenberg (135 ha)

Hainsimsen-Buchenwald mit hohen Altholzanteilen (bis 176 Jahre); integrierte Naturwaldzelle

 

Die mit * gekennzeichneten Naturschutzgebiete sind ganz oder zum überwiegenden Teil zugleich FFH-Gebiete. Über die eingefügten Hyperlinks gelangen Sie zum Informationssystem NATURA 2000.

 

 

Im Märkischen Kreis

 

Der Märkische Kreis verfügt über ein internetfähiges Geo-Informationssystem (GIS), mit dessen Hilfe Sie sich die in diesem Teil des Naturparks liegenden Naturschutzgebiete anzeigen lassen können. Im folgenden sind daher nur diejenigen Naturschutzgebiete aufgeführt, die zugleich FFH-Gebiete sind.

 

NSG Ebbemoore (1.069 ha)

Hangquellmoore, Quellbäche mit bachbegleitenden Erlenwäldern und naturnahe Buchenbestände an den Südhängen des Ebbegebirges

 

NSG Gleyer (23 ha)

Wacholderheide

 

NSG Lennealtarm Siesel (39 ha)

Altarm der Lenne mit Sternmieren-Schwarzerlenwäldern

 

 

Naturdenkmale (ND)

 

Steht bei Naturschutzgebieten der Gedanke des Flächenschutzes als Lebensraumsicherung für Tier- und Pflanzenarten im Vordergrund, so dienen Naturdenkmale eher der Objektsicherung um seiner selbst willen. Naturdenkmale sind Einzelschöpfungen der Natur, die von besonderer Schönheit und / oder von besonderer naturgeschichtlicher oder kulturhistorischer Bedeutung sind. Typische Beispiele sind markante Felsbildungen oder alte Bäume. Derartige Objekte finden sich im Naturpark in großer Zahl, sowohl in der freien Landschaft, als auch in Siedlungsbereichen.

 

Geschützte Landschaftsbestandteile (LB)

 

Die Ausweisung geschützter Landschaftsbestandteile dient der Sicherung markanter und aus Sicht des Natur- und Artenschutzes wertvoller Kulturlandschaftsbestandteile, wie etwa ein Netz von Heckenstrukturen, landschaftsbildprägende Alleen oder alte Hohlwege.

 

Naturwaldzellen (NWZ)

 

Sie sind keine Kategorie des Naturschutzrechts sondern durch das Landesforstgesetz gesicherte Objekte der forstwissenschaftlichen Forschung. Naturwaldzellen sind sozusagen die Urwälder von morgen. Im Gegensatz zu Naturschutzgebieten, in denen zumeist eine naturverträgliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung erlaubt bzw. sogar erforderlich ist, findet in Naturwaldzellen keinerlei Nutzung mehr statt. Ebenso wie Naturschutzgebiete dürfen sie außerhalb ausgewiesener Wanderwege nicht betreten werden. In regelmäßigen Abständen überprüfen Wissenschaftler systematisch die Entwicklung von Flora und Fauna dieser Gebiete. Aktuell sind im Naturpark zwei Naturwaldzellen mit einer Gesamtfläche von 21,30 ha ausgewiesen. > mehr

 

FFH-Gebiete

 

FFH ist eine Abkürzung für die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Nach dieser müssen alle EU-Mitgliedstaaten zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der wildlebenden Tiere und Pflanzen besondere Schutzgebiete ausweisen. Dieser Verpflichtung ist die Bundesrepublik  Deutschland inzwischen nachgekommen, hat entsprechende Gebiete nach Brüssel gemeldet und diese nach deutschem Naturschutzrecht gesichert. In NRW erfolgte dies durchweg über die Ausweisung als Naturschutzgebiet.

 

Von den 2.152 ha Naturschutzgebietsfläche des Naturparks sind 1.613 ha zugleich FFH-Gebiet.

 

Weitere Informationen zu FFH-Gebieten und zum europäischen Schutzgebietssystem NATURA 2000 finden Sie im Internet-Angebot des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) des Landes NRW und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)

 

 

Feuchtwiese mit Kuckucks-Lichtnelken

 

NSG des Monats

NSG Ebbemoore

 

Kamm-Moor Zur zeit der Fruchtreife des Wollgrases

 

Zwischen Meinerzhagen im Westen und Ebberg im Osten steht entlang des Ebbekamms ein rund 1069 ha großes Waldgebiet unter Naturschutz. Seinen Namen hat das auch als FFH-Gebiet ausgewiesene Areal von den darin eingelagerten Mooren. Eines der Größten dieser Moore, die "Grundlose", bildet gleichzeitig das Quellgebiet der Lister.

 

Moorlilie

Moorlilie

 

Von besonderer Bedeutung sind die Vorkommen der Moorlilie (östliche Verbreitungsgrenze) und des Rundblättrigen Sonnentaus (größtes Vorkommen im Westsauerland). regelmäßig vertreten ist auch die Moosbeere.

 

Blüten der Moosbeere

Blüten der Moosbeere

 

Die Moorstandorte wurden, sieht man von Entwässerungsbemühungen in den Randbereichen ab, in der Vergangenheit forstwirtschaftlich kaum genutzt. Teilweise wurden sie beweidet, was zur Ausbildung von Zwergstrauch-Feuchtheiden und Wacholderheiden führte. Entlang der sehr naturnahen Fließgewässer stocken überwiegend naturnahe Auwälder aus quellig durchsickerten, torfmoosreichen Erlenbruchgesellschaften.

Die Fauna des Gebietes zeichnet sich durch einige Moorspezialisten (Hochmoor-Perlmutterfalter) sowie durch Arten des montanen Buchenmischwaldes aus (Grau- und Schwarzspecht, Raufuß- und Sperlingskauz). Auch der seltene Schwarzstorch ist hier zu Hause.

 

Das Naturschutzgebiet ist durch zahlreiche Wanderwege erschlossen, von denen einige auch unmittelbar an den Mooren vorbei führen. An der Nordhelle informiert ein Lehrpfad über die Besonderheiten dieses einzigartigen Naturschutzgebietes.

 

Michael Bußmann

Die Naturschutzgebiet im Märkischen Kreis

Titelbild Bussmann-Buch

 

Lüdenscheid 2009; Hrsg. Märkischer Kreis, 172 S.; ISBN 978-3-00-029177-7

20,- €

 

Kontakt

Impressum